Energiepolitischer Fehlentscheid

30. November 2008

Die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich hat sich vom verführerischen Abstimmungstitel der Verankerung der Nachhaltigkeit fehlleiten lassen und einem Ausstieg aus der Kernenergie in Raten zugestimmt. Die Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES), Sektion Zürich, wird alles daran setzen, dass die Stromversorgungssicherheit trotz des Entscheides gewährleistet werden kann und die CO2-arme Kernenergie, die zum Klimaschutz auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag leisten wird, im bewährten Strommix der Stadt Zürich erhalten bleibt. Denn einen Trost gibt es: Der Ausstieg aus der Kernenergie startet nicht in den nächsten paar Jahren. Es besteht also die Möglichkeit, diesen Fehlentscheid zu korrigieren.

Eine Antwort darauf, wie die Stadt Zürich ihren Energiebedarf in Zukunft ohne Kernenergie decken soll, blieb der Stadtrat während des ganzen Abstimmungskampfes schuldig. Er wird daher nochmals aufgefordert, der Bevölkerung möglichst schnell realistische Szenarien aufzuzeigen. Wie will er beispielsweise stabile und wirtschaftlich verträgliche Energiepreise zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Erhalt der Konkurrenzfähigkeit im In- und Ausland erreichen? Sehr schnell wird ersichtlich werden, dass es zu harten und einschneidenden Massnahmen kommen wird, die Verzichte in allen Lebensbereichen zur Folge haben werden.

Von 9 Tonnen auf 1 Tonne CO2 pro Kopf und Jahr herunterzukommen und von 6200 Watt auf 2000 Watt pro Kopf, wird ein völliges Umdenken mit Konsumverzicht und Entbehrungen mit sich bringen. Denn der Strombedarf steigt nach wie vor Jahr für Jahr trotz geforderter Energieeffizienz und Anstrengungen zum Stromsparen.

Die Schweiz steuert zudem auf eine Stromlücke zu, die gemäss Bundesrat in zehn Jahren erreicht werden wird. Falls die Schweiz ihren Strombedarf in Zukunft noch weniger aus eigener Produktion decken kann, drohen der Verlust der Versorgungsautonomie und eine gefährliche Abhängigkeit vom Ausland, auch bezüglich Preisentwicklung. Hohe Strompreise haben direkte Auswirkungen auf all unsere Arbeits- und Lebensbereiche. Zum Glück sieht das der Kanton Zürich auch so. Es ist zu hoffen, dass sich diese Einsicht auch auf die Stadt Zürich übertragen wird.

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